Wissen und Technik

“Berliner Unis müssen mehr gegen Diskriminierung tun”

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Die Hochschulen in Berlin tun zu wenig im Kampf gegen Diskriminierung, kritisiert der Linken-Abgeordnete Tobias Schulze. Einen Beauftragten hat nur eine Uni.

Die TU – hier mit Regenbogenfahne – hat als einzige Uni einen Antidiskriminierungsbeauftragten.

Die Berliner Hochschulen sind beim Thema Antidiskriminierung nicht gut aufgestellt. Das kritisiert Tobias Schulze, wissenschaftspolitischer Sprecher der Linken im Abgeordnetenhaus. „Da gibt es deutlichen Verbesserungsbedarf. Gerade mit Blick auf die immer heterogener werdende Studierendenschaft nimmt das Thema an Bedeutung zu“, sagte Schulze dem Tagesspiegel.

Er beruft sich auf die Antwort der Wissenschaftsverwaltung auf eine kleine Anfrage zu dem Thema. Daraus geht hervor, dass von den Berliner Hochschulen bislang nur die Technische Universität explizit einen Antidiskriminierungsbeauftragten berufen hat. An der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) gibt es eine Antidiskriminierungskommission des Akademischen Senats, die ASH verfügt auch über eine Antirassistische Registrierungsstelle. Für die anderen Hochschulen verweist die Antwort dagegen auf Gleichstellungsbeauftragte, Frauenbeauftragte und Schwerbehindertenvertretungen.

“Ein Antidiskriminierungsbeauftragter reicht nicht aus”

Aus Schulzes Sicht reicht das nicht aus: Denn Diskriminierungsaspekte seien sehr weit gefasst, man denke neben der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts an ethnische und soziale Herkunft, Religion und Weltanschauung, sexuelle und geschlechtliche Identität oder Alter. Gleichstellungsbeauftragte würden etwa signalisieren, dass sie gar keine Ressourcen hätten, um zusätzliche Antidiskriminierungsarbeit zu leisten.

Schulze fordert daher auch neue gesetzliche Vorgaben im Berliner Hochschulgesetz. Ein Antidiskriminierungsbeauftragter sei dabei ein Anfang, reiche allein aber nicht aus. Zudem müsse es um Antidiskriminierungsstrategien gehen. Hochschulen sollten etwa Abläufe in der Verwaltung und in der Lehre dahingehend prüfen, wie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen damit klarkommen.

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