Wirtschaft

Q1-Zahlen: Merck trotz Gewinneinbruch optimistisch

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Unterm Strich bleibt ein Gewinnrückgang im ersten Quartal von 45 Prozent, doch Merck hofft dennoch eine gute Geschäftsentwicklung fürs laufende Jahr. Das hat vor allem zwei Gründe.

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DARMSTADT – Beim Gewinn muss Merck im ersten Quartal deutlich Federn lassen, hier steht ein Rückgang um 45 Prozent zu Buche. Doch das bringt Merck-Chef Stefan Oschmann nicht aus der Ruhe. „Mit einem guten organischen Umsatzwachstum in allen Unternehmensbereichen ist uns ein solider Start gelungen“, sagte er. Während der Umsatz um 7,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro stieg, sank die wichtigste Ergebniskennzahl des Konzerns (Ebitda-pre) um vier Prozent auf 929 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 967 Millionen). Unterm Strich standen magere 189 (341) Millionen Gewinn.

Für den Ergebnisrückgang seien unter anderem positive Einmaleffekte in der Pharmasparte verantwortlich, die im Vorjahresquartal für eine hohe Vergleichsbasis gesorgt hätten, hieß es. Hinzu kamen negative Währungseffekte. Doch nun rechnet man mit günstigen Umrechnungskursen, sodass sich die Entwicklung in den kommenden Monaten umkehren soll.

Chinesische Hersteller bauen Display-Produktion aus

Stärkster Wachstumstreiber mit einem Umsatzplus von zwölf Prozent auf 1,7 (1,5) Milliarden war die Laborsparte. Der Geschäftsbereich Life Science profitiert weiter von der Übernahme des Laborausrüsters Sigma- Aldrich 2015. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, die Merck für die Herstellung von Arzneimitteln anbietet, ist ungebrochen hoch. Zudem arbeitet man an neuen Technologien zur Produktion von Biotech-Medikamenten, von denen sich der Dax-Konzern einiges verspricht.

Der kleinste Geschäftsbereich Performance Materials wuchs beim Umsatz um sieben Prozent auf 604 (564) Millionen. Zum einen zog das Geschäft mit organischen Leuchtdioden (Oled) an, zum anderen bauten chinesische Display-Hersteller ihre Produktionskapazitäten aus, was dem Geschäft mit Flüssigkristallen zugutekam. Die Umsätze mit Halbleitern blieben stabil. Auch wenn der Markt zuletzt schwächelte, sei man vom Potenzial weiter überzeugt. Langfristig erwarte man eine positive Entwicklung, sodass sich die Übernahmen des US-Unternehmens Versum für 5,8 Milliarden Euro und auch kleinere Zukäufe wie von Intermolecular in den USA für 55,4 Millionen auszahlen würden, sagte Oschmann. Die Versum-Aktionäre stimmen am 17. Juni über den Kauf ab. Man sei weiter „fest entschlossen und schrecke vor einer größeren Investition nicht zurück, so Oschmann. Die Pharmasparte verzeichnete ein organisches Umsatzwachstum von 2,9 Prozent und steht bei 1,5 (1,4) Milliarden. Allein 65 Millionen tragen die neuen Medikamente Mavenclad zur Behandlung von Multipler Sklerose und das Krebs-Immunpräparat Bavencio (Avelumab) bei. Fürs Gesamtjahr erwartet Merck einen Umsatz von 15,3 bis 15,9 Milliarden, das Ebitda-pre soll auf 4,15 bis 4,35 Milliarden wachsen. Die Aktie gehörte am Dienstag zu den Verlierern, der Kurs sank um vier Prozent.

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