Wissen und Technik

Promotionsquote in Biologie am höchsten

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Eine neue Datenanalyse des Centrums für Hochschulentwicklung zeigt, dass die Zahlen der Promotionen je nach Fach stark auseinandergehen.

Eine Wissenschaftlerin am Max-Planck-Instituts für Biologie.

Promotionen sind auch politisch. Derzeit prüft die Freie Universität Berlin die Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), nachdem das Internetforum VroniPlag Plagiate auf mehr als einem Drittel der Seiten dokumentiert hat. Dieser jüngste Plagiatsvorwurf wirft wieder einmal Fragen auf, wie gut Promotionen an Universitäten eigentlich betreut werden. Gleichzeitig drängen Fachhochschulen in Berlin darauf, das eigene Promotionsrecht für einzelne Fachbereiche zu bekommen und nicht mehr nur in Kooperation mit Universitäten zu promovieren. Eine neue Analyse des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat jetzt basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des CHE Hochschulrankings das Thema Promotion untersucht. das Ergebnis: Die Zahlen der Doktorarbeiten unterscheiden sich je nach Studiengang stark und zeigen, dass eine Promotion in einigen Fächern eher Regelabschluss als Ausnahme ist.  Gleichzeitig ist auch der Betreuungsschlüssel ja nach Disziplin stark schwankend.

Spitzenreiter in Sachen Promotion ist mit deutlichem Abstand die Medizin. In den Jahren 2015-2017 wurden dort im Schnitt 6274 Promotionen abgeschlossen. Auf dem zweiten Platz liegt die Biologie mit 2498 Promotionen, gefolgt von Chemie (2000), Physik (1765) und Maschinenbau (1403). Zu den Studiengängen mit den wenigsten Promotionen zählen Sportwissenschaft, Architektur und Theologie. Betrachtet man prozentual, wie viele Masterabsolventen einen Doktorabschluss erlangen, verändern sich die Platzierungen. Die Medizin liegt hier mit 63,6 Prozent Promotionsquote nur noch auf Platz vier, den ersten Platz belegt die Biologie. 86,2 Prozent, also fast neun von zehn Masterstudierenden erlangen in diesem Fach einen Doktorabschluss. Jura (13,4 Prozent), BWL (7,1 Prozent) und Architektur (5,8 Prozent) belegen die hinteren Ränge.

In der Pharmazie betreuen die Professoren besonders viele Doktoranden

Insgesamt ging der Promotionstrend 2017 erstmals seit acht Jahren wieder leicht zurück, um etwa 900 Promotionen auf insgesamt 28.404. Die Anzahl der Promotionen, die an Fachhochschulen in Kooperation mit Universitäten durchgeführt werden, ist hingegen stark angestiegen.  Mit 551 Promotionen in den Jahren 2015-2017 ist die Zahl aber im Vergleich mit der Gesamtzahl von 86.925 in dem Zeitraum weiterhin relativ gering.

Wie steht es um die Betreuung von Promotionen? 2017 kamen 28.404 abgeschlossene Promotionen auf 25.039 Professorinnen und Professoren an deutschen Universitäten. Jede Professorin und jeder Professor führt also als Erstbetreuer im Schnitt eine Person zur Promotion. Eine überraschend niedrige Zahl auch für Cord-Denis Hachmeister vom CHE, dem Autor der Datenanalyse. Hinzu kommen allerdings die weiteren Promovierenden, die in dem Jahr noch keinen Abschluss machen und jene, die eine Promotion abbrechen. Auch die Frage, ob einige Professoren und Professorinnen deutlich mehr Promovierende betreuen als andere, lässt sich aus dieser Zahl nicht ablesen.

In den Fächern, in denen die Promotionsquote sehr hoch liegt betreuen Professorinnen und Professoren im Schnitt deutlich mehr Doktoranden. Mit durchschnittlich 2,4 Personen pro Professor steht hier die Pharmazie an erster Stelle, gefolgt von Biologie (2,2), Medizin (2,1) und Chemie (2,0). Deutlich niedriger liegt die Quote in den Sprachen wie Germanistik (0,6), Anglistik (0,4) und Romanistik (0,3). Hängt die Intensität, mit der in Fachbereichen promoviert wird mit der Drittmittelförderung zusammen? In der Medizin, den Naturwissenschaften und Ingenieurswissenschaften zeigen sich hier laut der Analyse Zusammenhänge zwischen den Faktoren „Promotionen pro Professor“ und „Pro-Kopf-Drittmittelaufkommen am Fachbereich“, in anderen Fächern hat die Studie jedoch keine Zusammenhänge feststellen können.

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