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RWE erwartet Milliardenentschädigungen für Braunkohle-Aus

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Essen (dpa) – RWE-Chef Rolf Martin Schmitz erwartet Milliardenentschädigungen für die vorzeitige Abschaltung von Braunkohlekraftwerken.

Pro Gigawatt abgeschaltete Leistung müssten die Entschädigungen bei 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro liegen, sagte Schmitz bei der Bilanzpressekonferenz des Energiekonzerns in Essen.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat vorgeschlagen, bis 2022 rund 3 Gigawatt Braunkohlekapazität zusätzlich vom Netz zu nehmen. RWE geht davon aus, dass der Großteil der Abschaltungen auf das Rheinische Revier entfällt, wo der Essener Konzern die Kraftwerke und Tagebaue betreibt. «RWE kann und wird aber nicht alles alleine stemmen könne», fügte Schmitz hinzu.

Im Vergleich zur Ökostromförderung seien Entschädigungen für abgeschaltete Kraftwerke aber überschaubar, sagte Schmitz. «Ein kompletter Kohleausstieg wird wahrscheinlich nicht mehr kosten als ein halbes Jahr staatliche Förderung der erneuerbaren Energien.»

Gespräche mit der Bundesregierung zur Umsetzung der Beschlüsse der Kohlekonferenz hätten gerade erst begonnen, sagte Schmitz. Der Prozess werde sicherlich Monate dauern.

Im vergangenen Jahr wurde der Energiekonzern durch eine geringere Stromerzeugung bei Braunkohle und Kernenergie sowie niedrigere Großhandelspreise belastet. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) von «RWE alleine» sank 2018 von 2,1 Milliarden auf 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Das bereinigte Nettoergebnis nahm von 973 Millionen auf 591 Millionen Euro ab.

In den Zahlen ist die Tochter Innogy, die derzeit von Eon übernommen wird, nicht mehr konsolidiert. Sie enthalten die Bereiche Braunkohle und Kernenergie, die europäische Stromerzeugung sowie den Energiehandel. Dazu kommt die Innogy-Dividende.

Für das vergangene Geschäftsjahr will RWE wie angekündigt eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie zahlen. Ein Jahr zuvor hatten Aktionäre insgesamt 1,50 Euro je Aktie erhalten, allerdings war darin eine Sonderdividende im Zusammenhang mit Rückzahlungen zu Unrecht gezahlter Atomsteuern enthalten. Für das neue Geschäftsjahr kündigte RWE eine Ausschüttung von 0,80 Euro je Aktie an.

Für 2019 erwartet der Energiekonzern bestenfalls ein stabiles Ergebnis. Das bereinigte Ebitda soll in der Bandbreite von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro liegen, das bereinigte Nettoergebnis zwischen 300 und 600 Millionen Euro. Zwar sieht RWE eine leichte Erholung bei den Strompreisen, dagegen belastet der Rodungsstopp im Hambacher Forst. Zudem wirke sich die Entscheidung, den britischen Kapazitätsmarkt auszusetzen, negativ aus.

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